Preis für Phosphatgestein bestimmt Kosten für Rohsäure

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Preis für Phosphatgestein bestimmt Kosten für Rohsäure

Phosphat: Ein Stoff mit vielen Anwendungen

Phosphate sind wichtige Bestandteile in der Entwicklung von Pflanzen und in der Aufzucht von Tieren. In der industriellen Form werden Phosphate und Phosphatspezialitäten als essentielle Zusätze z.B. in der Wasseraufbereitung, in Reinigungsmitteln, in der Metalloberflächenbehandlung, in der Herstellung von Zahnpasta und in der Lebensmittelindustrie wie in Cola-Getränken eingesetzt.

Phosphate werden aus Erzlagerstätten, die überwiegend aus Fossilien marinen Ursprungs bestehen, in Minen abgebaut. Das Phosphatgestein wird gebrochen und mit Mineralsäuren gewaschen, um daraus Phosphorsäure zu produzieren, die als Ausgangsmaterial für Düngemittel (Diammoniumphosphat DAP und Monoammoniumphosphat MAP), flüssige Düngemittel und Rohphosphorsäure (Merchant-Grade Phosphoric Acid – MGA) verwendet wird. Rohphosphorsäure kann zudem durch Extraktion weiter aufbereitet werden, um daraus reine Phosphorsäure sowie Phosphorsäure mit Lebensmittelqualität oder pharmazeutischer Qualität herzustellen.

Quelle: Budenheim – Marktbericht und -analyse Januar 2009


 

Auf den Preisen für Phosphatgestein basiert die Industrie

Der Preis für das Phosphatgestein bestimmt wesentlich die Produktionskosten für Rohsäure. Phosphatpreise werden darüber hinaus von den Bezugspreisen anderer Schlüsselkomponenten bestimmt. Hierzu zählen der Schwefelpreis, die Energiekosten, allgemeine Transportkosten von und zu der Produktionsstätte und weitere logistische Kosten wie etwa für Lagerhaltung. Zusätzlich kommen weitere Kostenblöcke für die Folgeprodukte, insbesondere für die Reinigung der Rohsäure zur Reinsäure und zur Phosphorsäure in Lebensmittelqualität, hinzu.

Das Preisniveau von Rohphosphat, dem wichtigsten Rohstoff für die Düngemittelproduktion, ist seit 2006 um 900% gestiegen. Davon profitieren insbesondere Länder in Nordafrika und im Nahen Osten, die über mehr als 50% der globalen geologischen Reserven verfügen. In vielen Ländern wie z.B. Marokko, Tunesien, Algerien, Jordanien und Saudi-Arabien sind bereits Grossprojekte angelaufen oder in Planung, um Produktionsstätten aufzubauen oder zu erweitern. Langfristig wird daher der gegenwärtige Nachfrageüberhang wohl keinen Bestand haben.

OCP hat seinen Preis für Rohphosphat auf US$ 250 – 290 / t für Lieferungen im ersten Quartal 2009 gesenkt. Die Produktion der „down-stream“-Produkte in Jorf Lasfar ruht jedoch als Reaktion auf die schwache Nachfrage nach Phosphorsäure und Ammoniumphosphaten seit Anfang Dezember letzten Jahres. Eine Wiederaufnahme der Produktion ist für Februar angekündigt.

Quelle: Budenheim – Marktbericht und -analyse Januar 2009


 

China verlängert den Exportzoll auf Düngemittel

Am 13. November 2008 hat die chinesische Regierung einen Maßnahmenkatalog zur Förderung der chinesischen Wirtschaft verabschiedet. Dazu gehörte auch eine veränderte Zollpolitik für Düngemittel, die am 1. Dezember 2008 in Kraft treten wird.

Strukturell handelt es sich um ein System aus Vergleichspreisen für die wichtigsten Düngemittel und saisonabhängigen Zolltarifen. Der Ausfuhrzoll für chinesische Ware wird auf 10 % festgelegt, wenn die Ausfuhr unterhalb des Referenzpreises ausserhalb der Hauptdüngeperiode in China stattfindet. In den hauptsächlichen Düngeperioden in China wird weiterhin der schon bekannte Zolltarif von 110 % angewandt.

Die möglichen Auswirkungen auf die Phosphatpreise sollten nicht unterschätzt werden, da China im globalen Vergleich derzeit mehr phosphatbasierte Düngemittel verwendet als jedes andere Land. Die exportierte Menge in 2007 erreichte einen neuen Höchststand mit 2,543 Mio t P2O5 (entsprechend 6,426 Mio t Phosphatdüngemittel). Damit trägt China etwa 25 % des gesamten globalen Handelsvolumens.

Quelle: Budenheim – Marktbericht und -analyse Januar 2009


 

Die Verfügbarkeit von Phosphorsäure bleibt knapp

Der Bedarf an Phosphorsäure steigt seit 2005 stetig an. Zur Bedarfsdeckung wurden die vorhandenen Kapazitäten nahezu vollständig ausgelastet. Im Jahr 2008 wird die Produktionsmenge deckungsgleich mit dem Bedarf sein.

In vielen Regionen wird in zusätzliche Säurekapazität investiert, wobei diese eher mittelfristig zur Verfügung stehen werden. Primär zu nennen ist das Projekt in Ma’aden, Saudi Arabien, das mit einer geplanten Jahreskapazität von 3 Millionen t ab 2012 eine Entspannung der Marktsituation bringen wird. Nur geringfügigen Einfluss auf die globale Knappheit wird die für 2009 geplante Erweiterung der Säurekapazität in Marokko haben.

Daneben ist mit zusätzlichen Kapazitäten in Tunesien für 2010 und in Algerien für 2013 zu rechnen. Außerdem wird unter ausländischer Beteiligung eine weitere Erschliessung von Rohphosphatquellen in China betrieben. So investiert die israelische Israel Chemical Limited zusammen mit der Provinzregierung in Sichuan in die Ausweitung von lokalen Minenressourcen und weiteren Folgeprodukten aus dem dort gewonnenen Rohphosphat.

Quelle: Budenheim – Marktbericht und -analyse Januar 2009


 

Chemieflaute beutelt die ganze Branche – Handelsblatt

Die Flaute der Chemiebranche nimmt zusehends bedrohliche Züge an. Starke Absatzeinbußen erfassen inzwischen auch die Spezialhersteller. Preise und Margen bei Basischemikalien gehen ebenso zurück wie die Absatzmengen auch höher veredelter Chemieprodukte.

… weiter bei Handelsblatt.com, veröffentlicht am 17.02.2009

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